Heiter bis wolkig

 

Auch Engel sind nicht immer lieb

Angelika Musche

 

Wöchentlicher Großeinkauf steht heute auf meinem Plan. Also nichts wie rein ins Einkaufsvergnügen.

Mein Rundgang beginnt in der Gemüseabteilung. Alles ist frisch, alles ist da was mein Herz begehrt, ich bin super gut gelaunt. Ein kleines Mädchen von ca. 3 Jahren, mit blonden Locken und Engelsgesicht fährt mir mit ihrem kleinen Einkaufswagen in die Hacken. Ich nehme es mit Humor und sage der Kleinen ein paar nette Worte. Plötzlich machen sich auch die Mutti und die Oma der Kleinen bemerkbar.

S-a-r-a-h- L-u-i-s-e bitte pass auf wo du hinfährst und fass nicht alles an.

Sarah Luise bitte lass das liegen.

Irgendwie kann ich mich von da an nicht mehr auf meinen Einkauf konzentrieren, denn egal wo ich gerade bin, Sarah Luise ist mit ihrem Gefolge in meiner Nähe. Mal redet Mutti und mal Oma auf das Kind ein.

Sarah Luise stell das bitte zurück, das brauchen wir nicht. Nein Sarah Luise, heute gibt es keine Süßigkeiten. Du weißt, dass zu viel Süßes nicht gut ist und außerdem hat die Oma dir erst genug Süßigkeiten mitgebracht.

Sarah Luise leg das jetzt bitte wieder hin. Ein lautes "Nein" war zu vernehmen. Sei bitte ein braves Mädchen, hör was die Mama sagt, meint die Oma.

Wieder kommt ein energisches "Nein".

Du weißt, der Papa findet es gar nicht gut, wenn du nicht hörst, soll ich es ihm heute Abend erzählen? Sarah Luise legt widerwillig die Schokolade zurück, die sich inzwischen schon leicht verformt hat. Dann jammert sie vor sich hin.

Doch schon bald hat sie etwas Neues entdeckt. Sarah Luise pass auf, dass du nichts runter reißt, sei bitte vorsichtig. Rums fällt eine Büchse Cappuccino zu Boden. Heb sie bitte wieder auf. Sarah Luise bitte! Hör was Mama sagt. So langsam wird mein Hals immer dicker und dicker.

Irgendwann habe ich es nach ein paar Umwegen im Markt dann geschafft. Ich schlendere zur Kasse und oh welche Freude, Sarah Luise ist wieder hinter mir.

Als ich meinen Wagen auspacke, findet das Sarah Luise gar nicht gut. Auch sie will ihre Sachen aufs Band legen.

Mama und Oma mahnen, dass sie warten muss bis sie dran ist, aber sie wird immer ungeduldiger. Zu allem Unglück ist auch noch die Kassenrolle alle. Warum eigentlich immer bei mir?

Inzwischen fährt Sarah Luise mir unaufhörlich und mit Freude ihren kleinen Wagen in die Hacken, weil sie vorbei will. Die Ermahnungen der Mutter verhallen ungehört. Ich drehe mich kurzerhand um und schaue sie nur einmal ganz kurz aber ziemlich wütend an. Plötzlich fängt sie wie am Spieß an zu brüllen. Oh, Gott, das wollte ich nicht. Auch die Kassiererin ist nun leicht genervt und versucht beruhigend auf das Kind einzureden.

Mama versucht es wieder mit Bitten und als der Nuckel nicht hilft, platzt Oma der Kragen. Sie schnappt Sarah Luise, nimmt sie unter den Arm und drängelt sich an mir vorbei nach draußen.

Ich weiß nicht, was danach passiert ist, aber ich weiß, auch Engel sind nicht immer lieb.

                                                                   

Maxim Gehricke

Das Krokodil

 

Es schwamm daher im Nil

Ein grünes Krokodil

Es spähte umher nach Beute

Denn Hunger hatte es heute

Am Ufer lief ein Mann entlang

Wo ihn das Krokodil verschlang

 

Das Trampeltier

 

Wer liegt denn in dem Garten hier?

Sieh an, es ist ein Trampeltier.

Nun steht es auf, es schaut umher,

der Durst ist groß, der Bauch ist leer.

Schon frisst es ohne Zagen,

den Rasen mit Behagen.

Und mampft dann mit Begierde

des Blumenbeetes Zierde.

Jetzt schlürft es voller Wonne,

das Wasser aus der Tonne.

Zum Schluß frisst es mit Schnauben,

die saftig frischen Trauben.

Nun kippt es um vor Übelkeit,

und schläft `ne halbe Ewigkeit.

 

Opa Esche

Der böse Opa Esche

gibt jedem gerne Dresche.

An unserer Straßenecke

lauert er hinter der Hecke.

Mit Bosheit, List und Tücke

holt er aus mit seiner Krücke.

Ein Schmerzensschrei, das Opfer fällt,

Der Opa vor Lachen den Bauch sich hält.

Ende

P.S. Der Opa war (besonders wichtig),

im Kopfe wohl nicht so ganz richtig.

Vielleicht lag's aber auch am Schnapse,

nun sitzt der Opa in der Klapse.